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Taube

  Hier findet Ihr regelmäßig Neuigkeiten von mir.

09.05.2008
Für Mony hat sich heute am frühen Nachmittag erfüllt, was sie in ihrem Liedtext „Over the Rainbowbridge“ zum Ausdruck bringt:

„…wenn der Tag kommt
nimmt mein Engel mich in seine Flügel
und ich kann meinen Frieden finden“.

Sie hat nun, nachdem sie über eine lange Zeit den Krebs als ihren Begleiter akzeptieren und viele Höhen und Tiefen durchstehen musste, ihren Frieden gefunden.

Bewundernswert war immer, mit welchem Mut und welcher Energie sie ihre „Untermieter“ – trotz aller Rückschläge - wieder und wieder in ihre Schranken verwiesen hat. Und an all ihren Erfahrungen hat Mony viele Frauen teilhaben lassen, denen sie durch ihr Beispiel Wege zum Umgang mit der Krankheit aufgezeigt hat und für die sie so zu einem authentischen Vorbild wurde.

Sie hatte die besondere Gabe in liebevoller, unaufdringlicher Weise, Mut zu machen, Hoffnung zu wecken, zu trösten sowie durch ihre Aktivitäten betroffene Frauen zusammenzuführen und ihnen einen offenen Austausch untereinander zu ermöglichen.

Eine Freundin sagte heute über Mony: „Sie war eine außergewöhnliche Frau, die so viele berührt hat.“ Und so wird sie sicherlich weiterleben, in der Erinnerung vieler Menschen. Aber auch in dem, was sie geschaffen hat: in ihrer Internetseite, im Forum, im Chat, in ihrem Shop und nicht zuletzt in ihren Liedern. Denn in ihrem Sinne werden die Projekte, die sie begonnen hat, aber nun leider nicht mehr weiterführen kann, fortgesetzt werden - so wie es ihr großer Wunsch war.


Bitte lasst mich an dieser Stelle noch jemand ganz Wichtigen in Monys Leben nicht vergessen: ihren Lebensgefährten Andre.

Lieber Andre, ich weiß, dass Du jetzt sehr, sehr traurig bist. Viele Jahre habt Ihr beide, Du und Mony, einander begleitet. Deine Mony ist jetzt über die Regenbogenbrücke vorausgegangen, aber denke daran, was sie sich gewünscht hat und welches schönes Bild sie Dir in ihrem Lied „Over the Rainbowbridge“ mit auf den Weg gibt:

Bitte trauere nicht lange um mich
Meine Liebe und mein Licht werden scheinen
Glaub mir, eines Tages werden wir
zusammen sein bis ans Ende der Zeit.“


Vielleicht kann Dich das ein kleines bisschen trösten in einer Zeit, die für Dich sehr
schwer ist.

Mony haben viele Menschen mit guten Gedanken begleitet. Diese guten Gedanken gelten jetzt Dir und Monys Familie, sie begleiten Euch alle und geben Euch in den nächsten Tagen hoffentlich ein bisschen Trost und Kraft.

kompletter Text von „Over the Rainbowbridge“ unter http://www.miceandme.de/uebersetzung.html

02.05.2008
Vom Krankenhaus aus kann Mony leider nicht online gehen. Um Euch aber trotzdem auf dem Laufenden zu halten, hat sie mich heute gebeten, vorübergehend das Tagebuch für sie weiterzuführen. Deshalb möchte ich mich bei Euch ganz kurz vorstellen: Ich bin Barbara, höre aber auch auf Babsi, Moonlady (= mein Nickname im Forum) oder „kleine rote Hexe“. Ich bin selbst Brustkrebs-Betroffene und habe Mony über ihre Homepage und ihr Forum kennengelernt - und natürlich gehöre ich zu Eurem „Club der Mony-Daumendrückerinnen“.

Aber jetzt zu dem, was Euch alle interessiert:

Wie vielleicht einige von Euch schon wissen, wurde am 25.04. bei Mony die Punktion des Perikardergusses vorgenommen. Und es waren wohl gut 1 ½ l, die sich da angesammelt hatten. Das Punktieren hat Mony ganz gut überstanden, doch danach gab es ein paar Probleme, die aber glücklicherweise relativ schnell wieder im Griff waren. Wenig begeistert war Mony an diesem Tag von dem ganzen „Kabelsalat“, an den sie angeschlossen war, angefangen vom Sauerstoff über EKG, Drainage, Venenzugang und Blutsauerstoffmesser.

Und dann hieß es - wieder einmal - abwarten, denn erst in den kommenden Tagen würden sich Erfolg oder Misserfolg dieses Eingriffs zeigen.

Zu Monys Erleichterung war die Anzahl der sie umgebenden Schläuche schnell reduziert - bis auf den Sauerstoff, der über die ganze Zeit notwendig war, da sich die Atemprobleme und damit auch die allgemeine Schwäche nach dem Punktieren nicht wesentlich verbessert haben.

Eine Erklärung für auch nach dem Punktieren noch anhaltende Atemnot ergab sich jetzt aus einem aktuellen Röntgenbild, das einen Pleuraerguss zeigt - und natürlich schränkt diese (neue) Wasseransammlung im Rippenfell die Lungenfunktion deutlich ein. Um Mony Erleichterung zu verschaffen, soll morgen an dieser Stelle eine weitere Punktion erfolgen - und so sind Eure „Daumendrücker-Qualitäten“ erneut gefragt.

Dass es Mony aufgrund der geschilderten Situation körperlich nicht gut geht, habe ich ja schon erwähnt. Aber auch ihre Psyche ist - wie Ihr Euch denken könnt - durch die Ereignisse der letzten Wochen wie auch durch diese neue Diagnose ziemlich angeschlagen.

Entscheidend ist hierfür natürlich auch, dass ihre große Frage, wie es mit der Behandlung weitergehen wird (u.a. wie und wann wieder Chemo), im heutigen Gespräch mit Kardiologe und Onkologe nicht beantwortet werden konnte, da für die beiden Ärzte natürlich zunächst die „Bekämpfung“ der Wasseransammlung im Vordergrund steht. Und das bedeutet für Mony, dass sie weiterhin „in der Luft hängt“, abwarten muss - und wie schwer es ist, eine solche Situation auszuhalten, wissen wohl viele von Euch.

Aufgrund ihrer körperlichen Schwäche geht Mony im Übrigen davon aus, dass sie noch einige Zeit im Krankenhaus verbringen muss, denn es wäre ihr zurzeit unmöglich, sich zu Hause selbst zu versorgen.

Besonders schade ist es, dass Mony momentan keinen Internet-Zugang hat, denn sie vermisst Euch alle sehr, genauso wie den Austausch, den Zuspruch und die „Nähe“ von lieben Menschen, den das „WWW“, das so oft zu Unrecht als „anonymes Medium“ gescholten wird, schaffen kann.

Ich werde Euch auf jeden Fall weiterhin hier berichten (so lange, bis Mony das wieder selbst tun kann) ... und wünsche mir und Mony so sehr, dass ich bald bessere Nachrichten verbreiten kann.

Ach ja, eine „schöne“ Nachricht hätte ich über allem jetzt fast vergessen: Mice (ihr wisst schon, die betagte Chinchilla-Dame von Mony) hat das Zähne-Abschleifen und die damit verbundene Narkose gut überstanden, sitzt nun wohlbehalten wieder daheim in ihrem Käfig und wartet darauf, dass ihr Frauchen auch hoffentlich bald wieder daheim ist!

24.4.08
Ich gehe morgen ins Krankenhaus, damit der Perikarderguss punktiert wird.

Heute war ich noch beim Lungendoc, um sicher zu sein, dass die zunehmende Atemnot nicht von der Lunge kommt. Der Lungenbefund ist aber stabil, also leider noch nicht besser, zum Glück aber auch nicht schlechter geworden!

Der Kardio hat heute mit meinem Onko telefoniert und die beiden sind sich einig geworden, zu punktieren, um mir ein bisschen Erleichterung zu verschaffen. Wenn in der Flüssigkeit Krebszellen gefunden werden, bekomme ich dann ein Zytostatika direkt injiziert. Ich wollte nicht noch übers Wochenende warten, weil es mir so schlecht geht. Darum habe ich vorhin mit dem Kardio telefoniert und kann morgen aufgenommen werden. Wenn alles klappt, wird auch morgen noch punktiert. Drückt mir bitte die Daumen, dass alles glatt geht und dass es mir danach endlich wieder besser geht! 

23.4.08
Endlich wird es Frühling :)! Montag haben wir das schöne Wetter genutzt und waren seit langem mal wieder im Zoo. Es war schön dort, aber auch ziemlich anstrengend. Ich habe fast die ganze Zeit im Rolli gesessen, aber dabei auch mal selbst für den "Antrieb" gesorgt, um mich etwas zu bewegen. Die meiste Zeit musste Andre aber doch schieben, das Gelände ist ziemlich uneben, soviel Kraft habe ich nicht in den Armen und meine Puste reicht auch nicht für so eine Anstrengung.
Sehr gefreut habe ich mich über die Baustelle für die Alaskalandschaft Yukon Bay, endlich geht es los!!! Bis zur Eröffnung wird es leider noch ein paar Jahre dauern, sie ist für 2010 geplant. Das will ich sooo gerne noch erleben!

Das war leider auch alles an guten Nachrichten........
Seit gestern geht es mir noch schlechter, ich kriege jetzt auch beim Bewegen in meiner Wohnung schlecht Luft, am besten ist es, wenn ich mich gar nicht bewege. Aber das kann´s ja auch nicht sein! Heute war der Termin beim Kardio im Krankenhaus. Er hat sich sehr viel Zeit genommen und auch noch ein Ultraschall gemacht. Die rechte Herzkammer ist durch die Flüssigkeit in ihrer Funktion beeinträchtigt, die linke funktioniert (noch) ganz gut. Eine Notfallsituation ist nicht gegeben, aber aufgrund meiner Symptome hält er es für sinnvoll, zu punktieren, um mir etwas Erleichterung zu verschaffen. Ein großes Risiko wäre das nicht, ich müsste aber für einige Tage in die Klinik. Der Kardio spricht morgen noch mit meinem Onko und meldet sich dann wieder bei mir.

Seit es mir so schlecht geht habe ich immer wieder Phasen, in denen ich kaum was essen mag. Die Astronautennahrung (hochkalorische Flüssignahrung), die meine Onko mir gegeben hat, kriege ich nicht runter, was wohl daran liegt, dass ich seit Jahren (schon vor dem Krebs) fettarm esse und das Zeug ziemlich fetthaltig ist und auch so schmeckt. 57kg bei 164cm Körpergröße sind ja noch nicht soooo wenig, aber ein paar Reserven sollte ich schon behalten. Ich bin ganz froh, dass ich mir letztes Jahr ein kleines Polster angefuttert hatte, Ende November hatte ich noch 67kg und schon fast Panik, weil ich wieder auf die 70kg-Marke zusteuerte. Das war mal meine Horror-Grenze, die ich nie nie wieder überschreiten wollte! Jetzt ist das Polster aber aufgebraucht und ich muss aufpassen, dass ich nicht weiter abnehme.

Mice hat in letzter Zeit auch abgenommen, sie frisst schlechter und ich füttere seit Montag mit Critical Care zu. Heute konnten wir endlich mit ihr in die TiHo (Tierärztlich Hochschule Hannover). Sie hat Zahnspitzen, die ihr wohl Schmerzen machen und die abgeschliffen werden müssen, Das soll am Montag in Vollnarkose gemacht werden und ich habe Angst um meine Süße. Die Tierärztinnen haben mich zwar beruhigt, aber das hilft mir momentan nicht, denn Zorro (Mice´s "Mann" und Papa von Fanny) ist 2002 nach einer Narkose gestorben. Auch bei ihm waren nur die Zähne abgeschliffen worden :(. Eine wirkliche Alternative gibt es aber leider nicht, so kann es ja nicht bleiben. Ich kann also nur hoffen, dass Mice die Narkose gut übersteht. Bis Montag werde ich sie noch so richtig verwöhnen!

Das war´s mal wieder an Neuigkeiten, ich hoffe, dass der nächste Eintrag wieder positiver ausfallen kann!!!!!

17.4.08
Die bessere Phase hat leider nicht lange angehalten :(. Seit einer Woche geht es mir wieder schlechter, der Husten ist wieder stärker geworden und meine Luftnot auch. Weil weder mein Onko noch mein Lungen-Doc eine wirkliche Erklärung dafür hatten, war ich gestern nochmal beim Kardiologen, weil ich wissen wollte, ob die Herzleistung sich weiter verschlechtert hat. Er hat festgestellt, dass der Perikarderguss (Flüssigkeit im Herzbeutel), den ich ja schon seit mindestens 2 Jahren habe, in den letzten 4 Wochen wesentlich größer geworden ist. Er hat vorgeschlagen, zu punktieren, dafür stelle ich mich noch bei einem anderen Kardiologen vor, der das stationär machen könnte. Dann werde ich auch nochmal wegen der Flüssigkeit hinter dem Brustbein nachfragen, beim PET-CT wurde ja ein Zusammenhang mit dem Perikarderguss vermutet, wir hatten uns im Januar aber gegen eine Punktion entschieden, weil es an der Therapieentscheidung nichts geändert hätte und ich auch keine Beeinträchtigungen davon hatte.

Die Chemo habe ich letzten Donnerstag bekommen, diese Woche setze ich aus.

7.4.08
Freitag Abend waren wir endlich mal wieder bei einem Gig der Boatmen, bei den letzten konnten wir leider nicht dabei sein! Sie sind im Rahmen des Moonlight Shoppings in Hannover im Denn´s Biomarkt aufgetreten, war mal was ganz anderes. Die wenigen Fotos, die ich dieses Mal machen konnte, sind ziemlich mies geworden, ich bin zur Zeit halt nicht so in Form, außerdem habe ich zum ersten Mal aus dem Rolli fotografiert und war damit nicht so mobil und schnell wie sonst. Ein paar Bilder habe ich trotzdem online gestellt, zu sehen sind sie hier.

Ich hatte vorher ziemliche Kreislaufprobleme und kurz bevor wir losfahren wollten, habe ich auch verstanden, warum: Ich habe zum ersten Mal seit 3 1/2 Jahren wieder meine Tage bekommen! Wir haben die Anti-Hormon-Therapie komplett abgesetzt, weil mein neuer Onkologe, genau wie vor einem Jahr schon die Ärztin in Kassel, meinte, dass die Chemo dann besser wirken kann. Die AHT verhindert ja, dass die hormonabhängien Krebszellen sich teilen können, die Chemo erwischt aber nur die Krebszellen, die sich teilen. Seit einem Jahr habe ich nur noch Zoladex bekommen, weil mein damaliger Onkologe es für zu riskant hielt, die AHT komplett abzusetzen. Ende Januar hatte ich die letzte Zoladex bekommen, Anfang März haben wir einen Hormonstatus gemacht, danach war ich absolut in den Wechseljahren! Letzte Woche haben wir die Werte kontrolliert, sie sind schon wieder altersentsprechend! Es war also abzusehen, dass ich irgendwann wieder meine Regel bekomme, aber das es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht! Ich war und bin völlig fasziniert, wie regenerationsfähig mein Körper trotz der vielen Therapien teilweise immer noch ist! Trotzdem ist es eine gewaltige Umstellung, aber zum Glück nicht nur im negativen Sinne! Auf meine Regel mit allen Begleiterscheinungen hätte ich aber zugegebenermaßen gerne weiter verzichtet!

Ansonsten kann ich inzwischen wenigstens wieder etwas besser sprechen, zumindest ist meine Stimme wieder viel klarer. Husten muss ich immer noch und viel mehr Puste habe ich auch noch nicht wieder. Aber daran arbeiten wir ja! Letzte Woche war Chemo-Pause, Donnerstag geht es weiter.

1.4.08
Psychisch geht es mir inzwischen wieder besser, langsam gewöhne ich mich an meinen momentanen Zustand und versuche, das Beste draus zu machen.

Körperlich hat sich noch nichts geändert, ich hoffe aber, dass die Chemo bald Wirkung zeigt. Der Sauerstoff tut mir auch ganz gut und an den Rolli (den ich "AOK-Porsche" getauft habe) habe ich mich auch gewöhnt, immerhin gibt er mir doch ein bißchen Mobilität zurück. Vorgestern waren wir auf dem Frühlingfest, das war aber für uns beide sehr anstrengend, weil es sehr voll war. Aber immerhin, wir waren da!

Heute war ich beim Lungen-Doc, er war im Urlaub und kannte den CT-Befund noch nicht. Meine Lungenfunktion hat sich, wie erwartet, verschlechtert, aber nicht ganz so dramatisch wie befürchtet. Gegen den Hustenreiz hat er mir noch etwas anderes verschrieben und mit dem Sauerstoff soll ich weitermachen. In 4 Wochen soll ich zur Kontrolle kommen, dann müsste klar sein, ob Navelbine wirkt oder nicht.

25.3.08
Gestern war mein 37. Geburtstag! Ich bin mal wieder dankbar, dass ich auch diesen Geburtstag noch erleben durfte! Wir hatten einen schönen, wenn auch sehr anstrengenden Tag, meine Familie war da und es war schön, mal wieder alle um mich zu haben. Über die vielen Mails und Nachrichten habe ich mich sehr gefreut, danke an Euch alle für die vielen lieben Wünsche! Was ich mir gewünscht habe, muss ich ja nicht schreiben!

Sonntag haben wir den ersten Ausflug mit dem Rolli gemacht, wir waren am Mittellandkanal spazieren. Es ist gut, dass ich das Ding jetzt habe, ich schaffe es im Moment kaum noch, mich in meiner Wohnung zu bewegen, geschweige denn draußen. Dass ich die Sauerstoffflasche hatte war auch ein Glück, sonst hätte ich die Feiertag doch im Krankenhaus verbringen dürfen, ohne geht es im Moment nicht.

Mein Kampfgeist hatte sich inzwischen mal wieder nach oben gekämpft. Als ich die Nachricht von der verschlechterten Herzleistung bekommen habe, habe ich zwar erst mal geheult, aber dann wurde ich wütend und habe beschlossen, dass ich mich von dem blöden Krebs nicht fertig machen lassen werde! Aber es ist verd.... schwer, den Kampfgeist zu behalten, wenn mir immer mehr die Kraft ausgeht.

21.3.08
Die Infusion mit Navelbine ist mir gestern ganz gut bekommen. Mit dem Onko habe ich auch gesprochen. Er meint, dass die verschlechterte Herzleistung mit der verminderten Sauerstoffaufnahme in der Lunge zusammenhängt, das Herz muss viel stärker pumpen, um die Organe trotzdem mit genug Sauerstoff zu versorgen. Dass das jetzt der Anfang vom Ende ist (mein Gefühl seit ein paar Tagen), denkt er nicht, wenn es mit Navelbine nicht klappt, habe ich ja noch andere Optionen.

Mit dem Sauerstoff komme ich ganz gut zurecht, Dienstag muss ich aber nochmal mit meinen Ärzten sprechen, die Flaschen reichen nicht lange, da ich kein Sparventil habe. Hoffentlich komme ich über die Feiertag damit aus.
Falls es über Ostern Probleme gibt, habe ich die Handynummer von meinem Onkologen und die Adresse der Klinik, in der er Belegbetten hat. Ich hoffe sehr, dass das nicht nötig sein wird, aber es ist es trotzdem beruhigend.

Ein vorgezogenes "Oster- und Geburtstagsgeschenk" habe ich gestern auch bekommen......Naja, meine Begeisterung hält sich noch in Grenzen! Weil ich dieses Mal nicht mal mehr den Weg zum Arzt (der wirklich vom Auto aus nicht weit ist) geschafft habe, ohne stehenbleiben zu müssen, weil mir die Luft ausging, war ich in der Praxis so frustriert, dass ich mich erst mal bei den Schwestern und den Ärzten ausgeheult habe. Ich will doch endlich mal wieder in den Zoo, wenn es wärmer ist, außerdem ist ab morgen Frühlingsfest in Hannover, für uns ist es Tradition, wenigstens einmal rüberzugehen. Aber so wie es mir im Moment geht, brauche ich daran nicht mal zu denken. Eine Schwester meinte, warum ich mir keinen Rollstuhl besorgen würde, dann könnte ich immer ein Stückchen gehen und mich jederzeit wieder hinsetzen und schieben lassen. So würde ich wieder etwas mobiler sein. Erst habe ich abgeblockt, mein Ego kriecht eh schon am Boden und es nervt mich, dauernd für alles mögliche auf Hilfe angewiesen zu sein. Dann habe ich darüber nachgedacht und mit Andre gesprochen, mit dem Ergebnis, dass ich eine Verordnung bekommen habe und wir meinen Faltrolli (passt bequem ins Auto) noch am Nachmittag beim Sanitätshaus abgeholt haben. Wie gesagt, wirklich begeistert bin ich nicht, aber es ist wohl ganz gut so. Muss mich bloß erst dran gewöhnen. Und es soll, genau wie der Sauerstoff, keine Dauerlösung sein, ich hoffe doch, dass ich das irgendwann nicht mehr brauche, weil die Therapien wirken!!!!

20.3.08
Als wenn es nicht schon reicht.....Gestern war ich beim Kardiologen zur Kontrolle, dort gab es noch eine böse Überraschung: Meine Herzleistung hat sich verschlechtert. Das hatte ich zuletzt vor über 2 Jahre durch Herceptin! Warum die Leistung jetzt schlechter geworden ist, obwohl ich seit Dezember kein Herceptin mehr bekomme, weiß der Doc auch nicht. Lapatinib soll ja angeblich nicht so kardiotoxisch wirken. Vielleicht hängt es auch mit der Lunge zusammen. Jetzt soll ich ACE-Hemmer nehmen und mit den Onkos besprechen, welche Auswirkungen der neue Befund auf die Therapien hat.

Es ist also kein Wunder, dass es mir so schlecht geht, das alles ist verd.... viel auf einmal.

Mit dem Vertreter von meinem Lungen-Doc habe ich auch gestern kurz telefoniert, um zu fragen, was ich wegen der Atemnot noch tun kann. Ich komme inzwischen nicht mal mehr die Treppe zu meiner Wohnung im ersten Stock hoch, ohne Pausen zu machen, weil ich keine Luft mehr kriege. Der Doc sagte, genau wie später auch der Kardiologe, dass ich ins Krankenhaus gehen soll, wenn es schlimmer wird. Na toll, Ostern und meinen Geburtstag im Krankenhaus....besten Dank auch! Zum Glück habe ich hier noch eine Sauerstoffflasche, weil ich mal Sauerstoff als ergänzende Therapie bekommen habe. Die habe ich jetzt wieder aktiviert und hoffe, dass das reicht. Meine Ärzte haben jedenfalls nichts dagegen, ich kann es versuchen.

Gleich fahren wir zum Onkologen zur Besprechung, mal sehen, wie er das Ganze jetzt einschätzt. Navelbine bekomme ich heute auch zum ersten Mal wieder als Infusion.

17.3.08
Freitag war das CT, heute habe ich die Ergebnisse mit meinem Onkologen besprochen. Die Lymphknotenmetas sind nicht größer geworden, immerhin was....
Der Befund in der Lunge hat sich verschlechtert, die Lymphangiosis scheint wieder stärker zu sein, außerdem sind mehrere Schatten zu sehen, die auf den Voraufnahmen so nicht dokumentiert wurden. Diese können verschiedene Ursachen haben, u.a. kleinere Ödeme, die von der L.c. kommen können. Der Befund passt zwar nicht zum gesunkenen Tumormarker, aber zu meinen Symptomen. Der Hustenreiz stört mich inzwischen auch beim Schlafen, außerdem kriege ich schon bei geringer Anstrengung nur schlecht Luft. Wir stellen Navelbine jetzt wieder auf Infusionen um und sehen, ob es mir dann besser geht. Falls sich innerhalb von 4 Wochen nichts ändert (bei starker Verschlechterung auch eher), wird die Therapie komplett umgestellt, dann würde ich eine andere Chemo bekommen.

Im Moment möchte ich nur noch, dass die Quälerei vorbei ist, so oder so.......

13.3.08
Endlich mal wieder eine gute Nachricht: Der Tumormarker (CA 15-3) sinkt!!!!! Er ist jetzt bei 149, bei der letzten Kontrolle Anfang Februar war er noch auf 167! Anscheinend wirkt die Therapie doch! Jetzt bin ich wieder etwas motivierter!

11.3.08
Erstmal ganz lieben Dank an alle, die mir gemailt haben oder einfach an mich denken!
Entschuldigt bitte, dass ich erst jetzt wieder hier schreibe und auch keine Mails beantwortet habe, ich habe mich weiter nur abgelenkt, anders hätte ich die letzte Zeit nicht überstanden.

Der Hustenreiz ist noch schlimmer geworden, die Blocker helfen leider nicht viel. Meine Stimme ist meistens rau durch die Husterei, klingt teilweise echt heftig. Viel schlimmer ist, dass der Husten so viel Kraft kostet. Immerhin muss ich Nachts nicht husten, wenn ich erst mal schlafe, jedenfalls wache ich nicht davon auf.

Ich wollte doch so gerne mal richtig abschalten und nicht an den Krebs denken.......Das hat natürlich nicht geklappt. Ich bin inzwischen völlig fertig, körperlich und seelisch.

Heute habe ich mit meinem Onko gesprochen, ich soll jetzt schon zum CT, um zu sehen, ob der Lymphknoten an der Luftröhre größer geworden ist und den Husten verursacht. Freitag habe ich den Termin. Wenn der LK größer ist muss die Therapie umgestellt werden. Möglich wäre dann auch eine Strahlentherapie, weil damit schneller eine Linderung erreicht werden kann als mit Chemo.

Was Positives gibt es aber auch zu berichten: Der HairlessGirl-Shop wird gut angenommen, ich freue mich sehr über die positiven Rückmeldungen von Kundinnen. Das gibt mir auch ein wenig Kraft und die Arbeit lenkt mich ein bisschen ab.

Meine Umstellung zu einem neuen Telefon- und Internetanbieter hat auch sauber geklappt. Ist ja nicht immer so, ich hatte schon Bammel, dass ich durch die Umstellung eine Weile nicht online gehen kann. Wäre wegen dem Shop und überhaupt ziemlich blöd gewesen! Ich habe jetzt eine Internet- und Telefonflatrate bei htp, einem regionalem Anbieter.

29.2.08
Meine Motivation ist immer noch ganz unten. Dank vieler lieber Mails und Antworten auf meinen Thread im KKF habe ich aber jetzt ein paar neue Ansätze, mit denen ich mich noch beschäftigen werde. Ganz lieben Dank für Eure Unterstützung!

Der Hustenreiz wird immer schlimmer, inzwischen kann ich kaum noch sprechen, ohne zu husten. An Singen ist nicht mal zu denken, das fehlt mir sehr. Heute war ich nochmal beim Lungen-Doc, die Lunge sieht jedenfalls nicht schlechter aus als bei der letzten Kontrolle und sie hört sich auch ok an. Jetzt probiere ich aus, mit welchen Hustenblockern ich am besten klarkomme. So kann es jedenfalls nicht weitergehen, das kostet zu viel Kraft, die ich eh nicht habe.

Ansonsten versuche ich mir jetzt mal eine Auszeit zu nehmen, einfach die Seele baumeln zu lassen und meinem Körper die Ruhe zu geben, die er im Moment braucht.

24.2.08
Dienstag habe ich meine zweite Portion Navelbine oral genommen. Die Leukos waren nach der ersten zwar gesunken, aber nicht zu weit. Am Therapietag war ich vom MCP ganz dösig im Kopf und am nächsten Tag hatte ich Durchfall. Ansonsten nervt mich halt der Hustenreiz, mein Energielevel ist ziemlich weit unten und die Nervenschäden machen sich wieder viel stärker bemerkbar.

Was aber viel schlimmer ist: Ich stehe überhaupt nicht mehr hinter den Therapien, ich habe, um es ganz klar zu sagen, die Schnauze voll und will nicht mehr kämpfen. Ich weiß, dass ich damit das Bild, was die meisten von Euch von mir haben, zerstöre, aber ich will Euch auch nichts vormachen! Mir ging es ja im Januar schon so, dass ich keine Therapie mehr machen wollte. Durch viele Gespräche (und einige A...Tritte von Mitpatientinnen) war ich dann wenigstens wieder halbwegs motiviert. Nur leider hat das bisschen Motivation nicht lange vorgehalten.

Liegt die Demotivation daran, dass ich schon so verdammt lange gegen diese Sch.....Krankheit kämpfe, immer wieder Rückschläge wegstecken musste und muss und dass das alles immer mehr Kraft kostet? Oder kommt es davon, dass ich dieses Mal im Gegensatz zu den letzten Therapien keine feste Anzahl von Chemos vor Augen habe, sondern sie so lange bekommen soll, wie sie wirkt? Oder komme ich bloß mit den Tabletten nicht klar? Ich mache die Therapien zwar noch, aber es kostet mich jeden Abend mehr Überwindung, Lapatinib zu nehmen. Navelbine könnte ich ja wieder als Infusion bekommen, aber helfen tut mir der Gedanke nicht. Wahrscheinlich kommt es von allem zusammen.

Ich weiß momentan einfach nicht mehr weiter. Was passieren wird, wenn ich die Therapien abbreche, dürfte relativ klar sein, dann haben die Krebszellen freie Bahn. Ob die Therapien etwas bringen und ob ich damit Zeit gewinne, ist ungewiss. Aber wenn ich weitermache, habe ich wenigstens die Chance, dass ich so den Krebs in Schach halten kann und Zeit gewinne. Leider motivieren mich auch diese Gedanken nicht wirklich.

Ich mache so viele Dinge, die auf die Zukunft gerichtet ist. Ich will dieses Jahr musikalisch weiterkommen und vielleicht sogar meinen Traum von der CD verwirklichen. Das kann ich aber nur, wenn die Metas soweit unter Kontrolle sind, dass der Hustenreiz wieder weg ist, im Moment fällt mir das Singen sehr schwer.

Am Shop habe ich in den letzten Tagen weiter viel gearbeitet und neue Artikel reingestellt. Ein Stück weit war das natürlich meine Art von Ablenkung und "bloß nicht zum Nachdenken kommen", aber es tut mir auch gut und macht Spaß. Auch diese Arbeit ist ganz klar zukunftsorientiert.

Ich werde jetzt versuchen, mich nicht mehr so viel abzulenken, sondern mich wieder mehr mit meinen Gefühlen auseinandersetzen. Vielleicht hilft mir das ja, aus dem Loch rauszukommen und meinen "Kampfanzug" wiederzufinden! Ich hoffe es so sehr!

16.2.08
Dienstag habe ich zum ersten Mal Navelbine oral genommen. Montag habe ich schlicht und einfach gekniffen, ich hatte zu viel Bammel davor. Dienstag war ich wieder positiver eingestellt, ich habe mit den Tabletten geredet, sie gebeten, mir zusammen mit Lapatinib zu helfen, ohne mir zu schaden, und ich habe mit Reiki gearbeitet. Sie sind mir dann ganz gut bekommen, mir war nur etwas flau im Magen.

Donnerstag war ich beim Lungen-Doc, weil seit einer Woche der Hustenreiz zurück ist. Die Lymphangiosis in der Lunge hat sich zum Glück nicht wesentlich verschlechtert. Der Husten kann aber doch davon kommen. Ich habe ein Spray bekommen, mal sehen, ob es was bringt. Anfang April soll ich zur Kontrolle kommen.
Er hat mir auch noch etwas zu den Lympknotenmetastasen gesagt: Die sitzen an den Lymphwegen, die direkt mit der Lunge bzw. der Brust zusammenhängen, was positiv ist, weil es bedeutet, dass die Krebszellen sich immer noch hauptsächlich in der Nähe der alten Metas "austoben".

Freitag war ich zur Blutkontrolle, Montag bekomme ich das Ergebnis. Mal sehen, wie den Leukos die Chemo bekommen ist und ob ich Dienstag die nächste Portion von meinen "Binchen" nehmen darf.

Ansonsten habe ich mich diese Woche mal wieder intensiver um den HairlessGirl-Shop gekümmert. Er hat ein neues Design bekommen, ich habe ein paar neue Features eingebaut, angefangen, die neuen Flyer zu gestalten und neue Waren für die Sommersaison bestellt.

8.2.08
Inzwischen bin ich wieder richtig zu Hause angekommen, auch wenn ich mir mit dem Auspacken und Wäsche waschen dieses Mal viel mehr Zeit gelassen habe (und immer noch lasse ;)) als früher.

Mittwoch hatte ich einen Termin bei einem neuen Onkologen hier in Hannover. Er war vor einigen Jahren auch in der Frauenklinik der MHH, ich kannte ihn zwar nur vom Sehen, weil ich von einem anderen Arzt betreut wurde, habe aber schon viel Gutes über ihn gehört. Vor kurzem hat er sich in Hannover mit einer eigenen gynäkologisch-onkologischen Praxis niedergelassen. Ich wollte eigentlich erstmal weiter in die MHH gehen und irgendwann einen Termin bei ihm machen. Montag habe ich in der MHH angerufen, um mich zurückzumelden und einen Termin für Blutkontrolle und Besprechung zu machen. Dabei habe ich erfahren, dass eine Ärztin und eine Krankenschwester, die ich beide schon lange kenne und die ich sehr gerne mag, jetzt auch bei ihm in der Praxis sind. Eine andere Mitarbeiterin aus der Chemoambulanz der MHH ist auch nur noch eine Woche da, dann geht sie in Mutterschutz, und der Chefarzt, der mich immer betreut hat, geht dieses Jahr in Rente. Also habe ich spontan entschieden, doch gleich zu wechseln. Praktisch ist auch, dass die Praxis noch leichter für uns zu erreichen ist als die MHH.

Das Gespräch mit ihm war sehr gut, er hat sich sehr viel Zeit genommen. Mit meinem aktuellen Therapieplan ist er einverstanden. Blutkontrolle hat er auch gemacht, die Leukos sind wieder gut gestiegen. Der Tumormarker ist zwar auch weiter gestiegen, aber im Vergleich zu den letzten Kontrollen nicht mehr so schnell, außerdem war es ein anderes Labor und die Therapie läuft auch noch nicht so lange.

Mit Navelbine oral fange ich Montag an, bin gespannt, wie es mir damit geht!

4.2.08
Nun bin ich also wieder in Hannover, Andre hat mich Samstag in der Klinik abgeholt und langsam lebe ich mich zu Hause wieder ein. Ist schon komisch, dieses Mal war ich ja sehr lange in Kassel, der  "Urlaub" über Weihnachten zählt nicht, da war so viel los, dass ich innerlich nicht richtig zu Hause war.

Ich bin froh, dass ich diese letzte Verlängerung bekommen habe, die letzte Woche war richtig positiv! Gaby kam Donnerstag, wir haben zusammen Gitarre gespielt und gesungen und viel geredet. Ich habe mich riesig gefreut, dass wir uns endlich mal wiedersehen konnten! 

Freitag war dann mein zweiter Auftritt, hat wieder gut geklappt, langsam bekomme ich Übung. Dieses Mal haben sich hinterher noch einige Gespräche zum Umgang mit der Krankheit ergeben, das fand ich sehr gut.

Vor dem ersten Auftritt habe ich "For My Breast" zu einer deutschen Version umgeschrieben, den Text findet Ihr hier.

29.1.08
Der Tag gestern hat die schlimmen letzten Wochen richtig gut ausgeglichen, ich bin endlich mal wieder richtig zufrieden und glücklich ins Bett gegangen!!

Morgens habe ich erfahren, dass die Leukos langsam wieder steigen, ich kann Lapatinib also weiter nehmen. Wahrscheinlich lag es doch an der Chemo, weil ich in den letzten Jahren schon so viele Chemos bekommen habe. Navelbine will ich erst nächste Woche wieder nehmen. So können die Blutwerte sich noch weiter erholen und ich kann die letzten Tage hier noch genießen.

Gestern Abend bin ich dann doch noch aufgetreten! Ich hatte das schon seit meiner Rückkehr in die Klinik vor, mir hat aber die Kraft und der Mut gefehlt. Als klar war, dass ich noch bis 2.2. bleibe, habe ich wieder darüber nachgedacht und mich Sonntag dann, u.a. dank gutem Zureden und der Bitten mehrerer Mitpatienten, entschieden, den Auftritt Montag zu machen. Es war richtig schön, die Anstrengung hat sich gelohnt! Trotz sehr kurzfristiger Ankündigung waren einige Mitpatienten da und es hat ihnen gefallen. Ich selbst habe wieder gemerkt, dass ich auf dem richtigen Weg bin und wie viel Kraft ich aus der Musik ziehen kann.

Sonntag habe ich mit Gaby, der Mitpatientin, mit der ich mich 2006 hier in der Klinik angefreundet habe, telefoniert. Wir wollten uns schon lange mal wieder treffen, wohnen aber ziemlich weit auseinander. Nun hat sie spontan beschlossen, mich in meiner letzten Woche hier zu besuchen. Sie kommt Donnerstag und bleibt bis Samstag. Ich freue mich schon riesig darauf! Ich hätte für sie und mit ihr ohnehin gesungen, gestern nach dem Auftritt habe ich aber beschlossen, Freitag nochmal richtig aufzutreten. Dann können auch die, für die der gestrige Auftritt zu kurzfristig kam, noch dabei sein. Ich bin gespannt, wie es dann läuft!

26.1.08
Die Verlängerung wurde bewilligt, ich bleibe also noch bis zum 2.2. hier in Kassel.

Meine Schmerzen kommen wohl von Muskelverspannungen, was lt. meiner Ärztin zu Lapatinib passt. Meine Physiotherapeutin hat mir mit Massagen und Wärmebehandlungen sehr helfen können, außerdem lasse ich mich Abends mit Johanniskrautöl oder Voltaren einreiben und lege mir oft eine Wärmflasche auf die schmerzenden Bereiche. Dadurch sind die Schmerzen jetzt auch ohne Schmerzmittel auszuhalten und ich kann wieder viel besser schlafen.

Dafür gibt es eine neue Überraschung >:(..... Meine Leukozyten, die Dienstag nur bei 1700 waren, sind noch nicht wieder gestiegen. Navelbine hätte ich also diese Woche ohnehin nicht kriegen können. Die niedrigen Werte können auch von Lapatinib kommen, weil die Leukos früher unter Navelbine zwar auch gesunken sind, aber nicht so schnell und auch nie unter 2000. Montag kontrollieren wir die Leukos nochmal und besprechen dann, wie es weitergeht. Vielleicht muss ich Lapatinib erst mal wieder absetzen, um zu sehen, ob es wirklich davon kommt.

Jetzt möchte ich gerne noch eine Woche ohne neue Nebenwirkungen hier verbringen und hoffe sehr, dass das klappt!

23.1.08
Die guten Nachrichten zuerst: Mein Hustenreiz wird langsam weniger!! Der Durchfall ist auch vorbei, ich habe die Tabletten dagegen nur 2 Tage genommen, dann brauchte ich sie nicht mehr. Freitag ging es mir endlich insgesamt wieder besser, ich stand nicht mehr so neben mir und konnte wieder im Speisesaal essen und auch ein bisschen rausgehen. Ich war so erleichtert! Tja, zu früh gefreut.........

Seit Sonntag habe ich starke Schmerzen im Oberkörper, die sich nicht genau lokalisieren lassen. Ich kann kaum liegen oder sitzen und nehme seit gestern stärkere Schmerzmittel, damit ich wenigstens mal wieder schlafen kann. Novalgin hat nur kurzfristig Linderung gebracht. Meine Ärztin vermutet, dass das eine Nebenwirkung der Therapie ist. Hoffentlich kriegen wir die schnell wieder in den Griff, dauernd Schmerzmittel nehmen ist ja auch nicht klasse, aber ohne geht es im Moment nicht.

Eine typische Nebenwirkung hat sich auch noch bemerkbar gemacht, ich kriege wieder Akne im Gesicht. Dagegen gibt es aber lokal wirkende Medikamente wie Salben und diese Nebenwirkung ist ja nur ein optisches Problem.

Ich wollte eigentlich keine weitere Verlängerung mehr haben, sondern Samstag nach Hause fahren. Gestern habe ich mit meiner Ärztin doch entschieden, Verlängerung bis 2.2. zu beantragen. Mit diesen Schmerzen kann ich nicht nach Hause fahren, wir wollen die hier erst mal in den Griff bekommen.

Diese Woche bekomme ich keine Chemo, meine Leukos waren gestern ziemlich niedrig, außerdem will ich erst mal abwarten, bis die Schmerzen besser sind. Nächste Woche soll es weitergehen, dann nehme ich Navelbine aber als Tabletten. Langfristig wollte ich ohnehin umstellen, weil ich dann nicht mehr zur Therapie in die Klinik muss und so ein etwas "normaleres" Leben führen kann. Jaaaaa, ich weiß, das ist unlogisch, wo ich doch erst vor 2 Wochen geschrieben hatte, dass ich keine Tablettenchemo machen will :O......... Aber von Navelbine muss ich nur 1x wtl. 3-5 Tabletten nehmen und nicht, so wie bei Xeloda, 2 Wochen lang 8-10 pro Tag.
An Lapatinib habe ich mich einigermaßen gewöhnt, auch wenn es noch Überwindung kostet, jeden Abend die 5 dicken Tabletten zu nehmen.

So, das waren mal wieder die News von mir, drückt mir bitte die Daumen, dass die Schmerzen bald weg sind und dass es dann keine neuen Überraschungen mehr gibt!

17.1.08
Seit Montag Abend nehme ich nun also Tykerb und die erste Nacht war im wahrsten Sinne des Wortes besch..... Ein paar Stunden nach der Einnahme bekam ich heftigen Durchfall, der erst aufhörte, als ich von der Nachtschwester Tabletten dagegen bekommen habe. Ich war völlig fertig, vor der Einnahme war ich so positiv eingestellt und trotzdem ging es gleich so los.... Ich dachte nur noch, dass ich die Tabletten nicht mehr nehme, hatte aber Angst, was mir dann für eine Alternative bleibt.
Als ich dann endlich ein paar Stunden geschlafen hatte, sah es schon wieder anders aus, ich sagte mir, dass diese Reaktion ja irgendwie zeigt, dass die Tabletten wirken. Genau das meinte meine Ärztin dann auch. Durchfall ist neben Hautreaktionen die häufigste Nebenwirkung von Tykerb, bei den meisten Patienten legt er sich innerhalb der ersten 4-6 Wochen, so lange muss man halt Mittel gegen den Durchfall nehmen.

Ich habe die Tabletten also brav weiter genommen. Auch in dieser Hinsicht bin ich psychisch inzwischen viel weiter als früher, die Arbeit an mir selbst zeigt Wirkung. Sonst habe ich negative Reaktionen auf Medikamente und besonders auf Tabletten immer so sehr abgespeichert, dass ich sie meistens nicht mehr genommen habe.

Seit einigen Tagen stehe ich auch noch total neben mir. Ich esse nur in meinem Zimmer, weil es mir im Speisesaal zu unruhig ist, ich schlafe fast den ganzen Nachmittag und komme einfach nicht auf die Beine. Die neuen Therapien sind doch eine Umstellung, auch wenn Navelbine für mich nicht ganz neu ist. An diese Umstellung muss mein armer Körper sich erst mal gewöhnen. Meine "Hausbesetzer" wehren sich bestimmt auch gegen den Rausschmiss, auch das kostet Kraft. Ich muss mal wieder Geduld mit mir haben und langsam lerne ich auch das.

Ich bin froh, dass ich hier in der Klinik bin. So muss ich mich nicht selbst versorgen, habe keine weiten Wege und kann bei Nebenwirkungen oder wenn ich etwas brauche nach der Schwester klingeln und/oder mit einem Arzt sprechen. Ist also wirklich gut, dass ich mit der neuen Thera hier begonnen habe.

Die Verlängerung bis 26.1. ist bewilligt, ein bisschen Zeit habe ich also noch, um mich in Ruhe an die neuen Therapien zu gewöhnen.

13.1.08
Erst mal ganz lieben Dank an alle, die mir in den letzten Tagen Mails geschickt und mir Mut gemacht haben. Ich habe mich sehr darüber gefreut und Ihr habt mir damit sehr geholfen! Ich schaffe es im Moment nicht, Euch allen einzeln zu antworten, das versteht Ihr bestimmt. Ich melde mich aber auf jeden Fall bei Euch!

Mein Kampfgeist kommt langsam zurück, ich arbeite wieder mit meinen Visualisierungen und habe meinen Rausschmeißer-Song wieder ausgegraben. Die Idee dafür kam mir letztes Jahr im April, als ich wieder mit Navelbine angefangen habe und mich dafür motivieren musste. Mal sehen, ob ich ihn jetzt fertig schreiben kann.

Donnerstag hatte ich die erste Infusion mit Navelbine, sie ist mir einigermaßen bekommen. Morgen fange ich mit Lapatinib (Handelsname ist Tykerb, Lapatinib heißt der Wirkstoff) an. Die Dose mit der Monatsration habe ich hier schon stehen und versuche jetzt mich damit anzufreunden, dass ich davon täglich 5 Tabletten nehmen darf. Wobei "darf" ja eigentlich der richtige Ausdruck ist, denn Tykerb ist eine Chance für mich und ich bin froh, dass ich diese Chance nutzen kann.
Hergestellt wird Tykerb in Irland, wenn das kein positives Zeichen ist ;)! Das werde ich auf jeden Fall in meine Visualisierungen einbauen, ich weiß nur noch nicht, wie.

Donnerstag hatte ich vor der Infusion noch eine gute Sitzung mit Sigrid, meiner Psychologin. In den letzten Wochen hatte ich ständig das Gefühl, dass 2008 mein letztes Jahr wird, dieses Gefühl ist jetzt zum Glück von vielen positiven Bilder verdrängt worden. Ich sehe mich unter anderem bei meiner großen Party an meinem 40. Geburtstag und bin wieder ganz fest davon überzeugt, dass ich solange und noch länger durchhalten werde!!! Meine Navelbinchen werden zusammen mit Tykerb brav ihren Job machen und die Krebszellen platt machen!

7.1.08
Nun bin ich also wieder in Kassel, inzwischen bin ich auch seelisch angekommen.
Ich hatte einige Tage das Gefühl, dass meine Seele noch in der Silvesternacht hängt, weil es so schön war und weil ich nicht in die Realität zurückkommen wollte.

Die Lagebesprechung mit meiner Ärztin war am Donnerstag, Freitag habe ich noch mit der Chefärztin gesprochen und heute mit beiden zusammen.

Die Raumforderung hinter dem Brustbein ist teils Flüssigkeit, teils festes Gewebe. Das feste Gewebe ist vermutlich eine Knotenmetastase, die Flüssigkeit könnte Lymphflüssigkeit sein. Man könnte zwar punktieren, das wäre aber nicht einfach und für die Therapieentscheidung wäre es ohnehin nicht von Bedeutung.

Ansonsten war meine Einschätzung vom PET-Ergebnis richtig, ich habe neue Lymphknotenmetas an der Luftröhre, an der Hauptschlagader und an der Brustwandarterie. Die Metastase an der Luftröhre ist wahrscheinlich der Grund für den Hustenreiz.

Die Tumormarker sind weiter gestiegen, innerhalb von 3 Wochen von 136 auf 158. So schnell sind sie bei mir noch nie gestiegen und so hoch waren sie auch noch nie. Körperlich habe ich in den letzten Wochen auch sehr abgebaut, ich komme kaum noch eine Treppe hoch und bin nur am Japsen, wenn ich oben angekommen bin. Im Bergpark war ich auch erst einmal wieder, weil ich die Steigung kaum schaffe.

Meine Ärztinnen hatten letzte Woche wieder die Kombination aus Lapatinib und Xeloda vorgeschlagen. Lapatinib ist inzwischen auch von der Beihilfestelle bewilligt worden. Ich bin Xeloda gegenüber momentan sehr negativ einstellt, weil es eine Tablettenchemo ist. Ich müsste für 2 Wochen jeden Tag ca. 10 Tabletten nehmen, dann wäre eine Woche Pause. Ich habe ohnehin zur Zeit eine richtige Abneigung gegen Tabletten, darum sträubt sich in mir alles gegen eine Tablettenchemo. Lapatinib sind zwar auch Tabletten, die sind aber kleiner und ich muss "nur" 5 Stück pro Tag nehmen. Außerdem habe ich ja schon lange gehofft, dass Lapatinib endlich in Deutschland zugelassen wird, weil ich es als neue Chance ansehe. Darum ist meine Einstellung Lapatinib gegenüber relativ positiv. Wenn ich mit einer neuen Therapie beginne, muss ich auch dahinter stehen, sonst geht es mir damit auf jeden Fall schlecht, das habe ich ja 2006 beim Wechsel von Taxol zu Navelbine erlebt.

Da die LK-Metas auch nach der letzten Chemo gewachsen sein könnten, haben wir nun gemeinsam entschieden, dass wir Lapatinib mit Navelbine kombinieren. Es gibt mit dieser Kombination zwar noch keine Erfahrungen zur Wirksamkeit, aber letztendlich wissen die Ärzte sowieso nicht, wie gut welche Therapie bei welchem Patienten wirkt, das ist ja das Gemeine an dieser Sch.....Krankheit.

Mit Navelbine beginne ich am Donnerstag, Lapatinib kommt dann nächste Woche dazu. In 8 Wochen soll zur Kontrolle ein CT gemacht werden, dann sehen wir, ob die Kombi so wirkt, wie wir hoffen.

Ich bin froh, dass ich im Moment hier in Kassel bin. So konnte ich in den letzten Tagen mehrmals mit beiden Ärztinnen sprechen, außerdem mit meiner Psychologin, mit den Schwestern und mit Mitpatientinnen. Diese Gespräche haben mir bei der Entscheidung für die Therapie sehr geholfen!

Mein Kampfgeist ist noch nicht wieder richtig da, aber vor ein paar Tagen ging es mir noch so, dass ich keine Chemo mehr machen wollte und fast aufgegeben habe, insofern bin ich schon wieder viel weiter. Den Krebszellen einfach so das Feld zu überlassen kommt jedenfalls nicht in Frage, dafür habe ich noch zu viel vor!!!!

1.1.08
Wir sind gut ins neue Jahr gerutscht, ich hoffe, Ihr alle auch!
Dieses Mal haben wir im Monopol in Hannover gefeiert, weil dort die Boatmen aufgetreten sind. Es ging mir vorher so schlecht, dass ich dachte, ich kann nicht mitfeiern. Weil ich mich aber schon lange darauf gefreut hatte und unbedingt dabei sein wollte, sind wir doch um kurz nach 20 Uhr losgefahren und waren erst gegen 2 Uhr wieder zu Hause. Es war richtig schön und die Anstrengung hat sich gelohnt!

Als "Bandfotografin" war ich nicht wirklich geeignet, ich war zu wackelig auf den Beinen, um lange rumzustehen, aber dank meiner neuen Cam sind fast alle Bilder, die ich machen konnte, brauchbar. Ihr findet einige davon hier.
Die Panasonic ist wirklich klasse, auch die Blitzladezeit ist erheblich kürzer, ich konnte endlich wieder mehrere Fotos kurz nacheinander schießen. Der Kauf hat sich also auch für die Gigs gelohnt!

Um Mitternacht waren wir draußen und haben das Feuerwerk angesehen. Ich habe ein paar Raketen abgeschossen und damit alles, was mich 2007 belastet hat, in den Himmel geschickt. Auch die Krebszellen habe ich symbolisch in eine Rakete gesteckt und abgefeuert. Die große Heulerei hat mich auch erwischt, ich habe an unsere Engelchen gedacht, an alles, was 2007 gewesen ist und an das, was 2008 auf mich zukommen könnte. Ich bin dankbar dafür, dass ich auch diesen Jahreswechsel noch erleben durfte und hoffe, dass ich noch ganz oft Silvester feiern darf, habe aber auch Angst, dass es doch das letzte Mal gewesen sein könnte.

Als die Band nach der Knallerei weitergespielt hat, hatte ich gleich wieder Grund zum Heulen. Sie haben zum ersten Mal bei einem Gig "Auld Lang Syne" gespielt und alle sind aufgestanden und haben mitgesungen. Ich mag dieses Lied ja ohnehin schon lange und es hat mich immer berührt. Seit 2005 hat es für mich eine ganz besondere Bedeutung, weil ich die Melodie für "Over The Rainbowbridge" verwendet habe. Kein Wunder also, dass mir die Tränen kamen. Aber ich habe mich auch sehr gefreut, dass die Boatmen es gespielt haben. Danke!!!

Es war also für mich ein anstrengender, glücklicher, berührender, trauriger, wehmütiger und hoffnungsvoller Jahreswechsel.

Heute bin ich völlig platt, muss aber noch ein paar Dinge erledigen, weil ich ja morgen wieder nach Kassel fahre.
Mit meiner Ärztin, die mich dort betreut, habe ich gestern übrigens kurz telefoniert, um zu fragen, ob ich wegen dem Ergebnis vom PET in Hannover noch irgendwelche Untersuchungen machen lassen soll. Über die Ergebnisse haben wir nicht ausführlich gesprochen, ich habe für Donnerstag 10:30 einen Termin zur großen Lagebesprechung bei ihr. Also bitte mal wieder Daumendrücken!!! Danke!

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