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Chemokopf

Aufgrund der Aggressivität des Tumors und weil der Krebs bereits in die Lymphknoten vorgedrungen war, war eine Chemotherapie sinnvoll. Ich bekam sie neoadjuvant, also vor der Operation, der Tumor sollte so zunächst verkleinert werden, um eine brusterhaltende OP zu ermöglichen. Außerdem hat die neoadjuvante Chemo den Vorteil, dass man sieht, ob der Tumor überhaupt darauf reagiert.

Ich bekam 6 Kurse Epirubicin und Taxol. Am 6.12.01 bekam ich den ersten Kurs und am 4.4.02 den letzten. Insgesamt habe ich die Chemo dank der modernen Medizin ("Anti-Kotz-Mittel" und andere schöne Medis) ganz gut überstanden, zumindest hatte ich es mir schlimmer vorgestellt. Jeweils in der ersten Woche nach der Chemo war ich zu nichts zu gebrauchen, ich stand völlig neben mir und das Essen hat auch nicht geschmeckt. Ab der zweiten Woche ging es dann wieder langsam aufwärts, in der dritten Woche ging es mir relativ gut und dann ging es in die nächste Runde. Die Haare fingen kurz nach der ersten Chemo an auszufallen, das hat mich nach wenigen Tagen so genervt, dass ich zum Rasierer griff. Das Ergebnis seht Ihr auf dem Foto oben. Später fielen auch sämtlich Körperhaare aus. Der erste Flaum auf dem Kopf spross schon vor dem Ende der Chemo wieder. Meine Perücke habe ich in dieser Zeit nur zweimal getragen, einmal zu Weihnachten bei meiner "Schwiegeroma" und einmal bei der Hochzeit einer Freundin.
Die meiste Zeit habe ich Baseballcaps oder Zandanas (Piratentücher) getragen.

Am 14.5.02 wurde ich dann von Dr. Brunnert in Osnabrück brusterhaltend operiert.
Bei der 
histologischen Untersuchung des Tumorgewebes stellte sich leider heraus, dass ein Erhalt der Brust zu riskant wäre, so dass am 30.5. eine Mastektomie gemacht wurde. Die Wartezeit zwischen den beiden OPs war entsetzlich, weil ich mich in dieser Zeit entscheiden "durfte", ob ich gleich einen Wiederaufbau machen lassen will und ggf. welchen. Nach langem Überlegen entschied ich mich schließlich gegen den Aufbau, weil mein Favorit, der Aufbau aus Eigengewebe aus dem Bauch, ein sehr großer und anstrengender Eingriff gewesen wäre und ich noch durch die Chemo geschwächt war.
So nahm ich dann Abschied von meiner rechten Brust .
Am Tag vor der OP sprach ich im Krankenhaus nochmal mit Dr. Brunnert, der mir als Alternative einen primären Aufbau mit einem
Expander anbot. Ich entschied mich dann für diese Lösung und bin ihm heute sehr dankbar, dass er sich so lange Zeit genommen hat, um mir bei der Entscheidung zu helfen! Weil durch den Expander die Haut und auch ein Teil der Brustwarze erhalten werden konnte, stehen mir für einen späteren Wiederaufbau alle Wege offen. Außerdem ist es immer noch ein bißchen meine eigene Brust, auch wenn der "Inhalt" anders ist, sie sich anders anfühlt und anders aussieht als vorher.

Bei der ersten OP wurden auch 15 Lymphknoten aus der Achsel entfernt, in einem davon wurden noch Krebszellen gefunden.

Da der Tumor den Wachstumsfaktor Her2-neu stark positiv (+++) hatte, bekam ich im Anschluss als adjuvante Therapie Herceptin. Nach einem Jahr hatte ich die Nase vom Thema Krebs erstmal voll und entschied mich nach Rücksprache mit meinem Onkologen dazu, die Therapie abzubrechen, zumal zu diesem Zeitpunkt noch unsicher war, ob es in der adjuvanten Therapie überhaupt etwas bringt. Inzwischen haben Studien ergeben, dass die adjuvante Therapie mit Herceptin auch Metastasen verhindern kann.

Nach der Chemo war der Tumor nur noch gering hormonabhängig, darum bekam ich zu diesem Zeitpunkt keine Anti-Hormon-Therapie und war auch ganz froh darüber.

Von Anfang an nutze ich die komplementäre Krebsmedizin, d.h., ich mache zusätzlich zur Schulmedizin auch Naturheilverfahren, z.B. Misteltherapie und Nahrungsergänzungen. Viele Infos dazu gibt es auf der Seite der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr.

Im September 2002 bekam dann auch meine Mutter die Diagnose Brustkrebs. Weil sie und ihre Ärzte durch meine Erkrankung bei ihr sehr gut aufgepasst haben, wurde der Krebs bei ihr zum Glück früh entdeckt, so das sie brusterhaltend operiert werden konnte und anschließend "nur" eine Strahlentherapie bekam. Alle ihre Nachsorge-Untersuchungen waren seitdem in Ordnung und wir hoffen sehr, dass es auch so bleibt!
 

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