Visualisierungen

 

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Während meiner ersten Chemotherapie habe ich das Buch "Wieder gesund werden" von Simonton gelesen. Dr. O.C. Simonton ist ein amerikanischer Arzt für Strahlentherapie und Onkologie, der Visualisierungen für Krebspatienten entwickelt hat.

Mit der Zeit habe ich dann meine eigene Visualisierung von den Vorgängen in meinem Körper entwickelt. Dieses Bild beschreibe ich euch unter "Der Kampf gegen den Krebs". Auch zum Umgang mit den Ängsten, die im Zusammenhang mit der Krankheit immer mal kommen, habe ich mir ein Bild gemacht, die Beschreibung findet Ihr unten.

Der Kampf gegen den Krebs

Meine Krebszellen habe ich zunächst als Untermieter bezeichnet, was ich auch jetzt noch meistens mache. In Wirklichkeit sind sie aber Hausbesetzer, die mir und meinen gesunden Zellen Raum nehmen wollen. Als ich die ersten Metastasen bekam und ziemlich klar war, dass ich den Krebs niemals ganz loswerden kann, habe ich den Besetzern einen Raum zugestanden, in dem sie bleiben dürfen. Dabei habe ich ihnen aber gesagt, dass sie, sobald sie diesen Raum verlassen, ziemlichen Ärger bekommen. Dann kommt die Polizei in Form meines Immunsystems und sie bekommen einen Platzverweis. Wenn das nicht reicht, werden andere Mittel eingesetzt, das sind dann die Therapien.

Alle Therapien habe ich entsprechend ihrer Wirkung oder Inhaltsstoffe eingebaut:

Bondronat
(Bisphosphonat, soll Knochen vor Metastasen und Abbau schützen)
Die Knochen sind Häuser, in die die Besetzer eindringen wollen. In diesen Häusern hat sich aber schon die Kampftruppe Bondronat niedergelassen. Sie hat Blockaden aufgebaut, darum kommen die Besetzer nicht rein und die Häuser können auch nicht zerstört werden können.

Zoladex
(Teil der AHT, blockiert die Funktion der Eierstöcke)
Die Besetzer haben regelmäßig Bier geliefert bekommen. Die Bestellung wird nun auf dem Weg zum Lieferanten in Orangensaft geändert, den sie nicht wirklich mögen.

Arimidex
(Teil der AHT, verhindert, dass aus körpereigenem Androgen Östrogen gebildet wird)
Da sie nun kein Bier mehr bekommen, versuchen sie es selbst herzustellen. Weil sie aber den wichtigsten Grundstoff dafür nicht mehr bekommen, wird es ungenießbar.

Herceptin
(dockt sich an die Wachstumsfaktoren der Krebszellen an und blockiert die Teilung. Markiert die Krebszelle als Feind, damit das Immunsystem sie erkennt und vernichtet)
Die Besetzer werden vermehrungsunfähig gemacht (wie, überlasse ich eurer Fantasie, ich habe da so ein paar Ideen ). Gleichzeitig werden auf diese Art Signale ausgesendet, die der Körper-Polizei den Aufenthaltsort der Besetzer zeigt.

Strahlentherapie
Die Strahlen sind Sonnenstrahlen. Sie sind so intensiv, dass sie sogar in die Häuser eindringen können. Die Besetzer sind ja lichtscheues Gesindel, also gefällt ihnen das überhaupt nicht. Sie versuchen den Strahlen zu entgehen und kommen aus ihrer Deckung. Nun kann die Körperpolizei sie in festnehmen und rausschmeißen.
Für die Strahlentherapien hatte ich mir übrigens eine "Sonnenkarte" gemacht, auf der ich nach jeder Bestrahlung eine Sonne durchstreichen konnte. Das hat mir sehr geholfen! Die Karte könnt Ihr euch hier ansehen! Falls Ihr auch eine haben möchtet, schickt mir eine Mail mit der Anzahl der Sonnen (entsprechend den geplanten Bestrahlungen). Ich schicke sie euch dann als jpg-Datei (oder auf Wunsch auch als Word-Datei) per Mail zu.

Navelbine
(Chemotherapie, wird aus den Blättern des Madagaskar-Immergrün hergestellt)
Die Chemo 
verbreitet einen wunderschönen Blütenduft, den die Besetzer einfach ekelhaft finden. Sie versuchen, ihm zu entgehen, suchen sich dunkle Ecken und setzen sich Klammern auf die Nasen. Hilft aber alles nichts, der Duft ist überall, also flüchten sie.

 

Umgang mit der Angst

Mit Hilfe der Psychologin in der Habichtswaldklinik habe ich für mich ein neue Möglickeit gefunden, mit den Ängsten umzugehen, die im Zusammenhang mit der Krankheit auftauchen. Auch dabei arbeite ich mit Bildern. Die Angst ist in diesem Bild ein wuseliges Etwas, das ein bißchen wie ein großer schwarzer zotteliger Hund ohne Kopf, Schwanz und Beine aussieht. Ich habe überlegt, wie ich die Angst in den Griff bekomme, wenn sie zu übermächtig wird. Da fielen mir die Automatik-Hundeleinen ein, bei denen man einen Knopf drückt, um dem Hund mehr Leine zu geben. Keine Ahnung, wie die heißen. Otto hatte in einem seiner Filme einen Hund an so einer Leine. Als der Hund nicht kam, hat er einfach diesen Knopf gedrückt und schon kam der Hund "angeflogen". So habe ich mir das mit der Angst auch vorgestellt. Wenn ich aber die Leine selbst halte, kommt die Angst ja zu mir, wenn ich den Knopf drücke. Also habe ich die Leine einem Engel gegeben, der das für mich machen soll. Weil Angst ja auch Energien freisetzen und neue Wege zeigen kann, ist es ok, wenn der Engel sie ab und zu laufen lässt und sie dann zu mir kommt. Wenn sie dann aber zu übermächtig wird und mich nur noch lähmt, bitte ich den Engel, den Knopf zu drücken.

Um diesem Bild auch eine Umgebung zu schaffen, habe ich mir meinen Weg vorgestellt.
Er führt durch ein schönes friedliches Waldstück und macht oft Kurven und Knicke, also kann ich nicht den ganzen Weg sehen. Es gibt auch viele Steine auf diesem Weg. Durch die Bäume sehe ich immer wieder ein helles und schönes Licht hervor blitzen, das vom Ende des Weges kommt. Ich habe keine Angst vor dem Ende des Weges, weil ich weiß, dass es mir gut gehen wird, wenn ich dort angekommen bin.

Der Engel mit der Angst an der Leine ist irgendwo neben mir im Wald. Ich kann ihn nicht immer sehen, weiß aber ganz genau, dass er da ist. Das beunruhigt mich aber nicht. 
Hinter mir steht mit ausgebreiteten Flügeln mein Schutzengel, er wacht über mich. Auch meine anderen Wegbegleiter wie Familie, Freunde und Mitpatienten sind in meiner Nähe. Sie gehen auf ihren eigenen Wegen, die meinen immer mal wieder kreuzen. Dann können wir uns gegenseitig helfen, bevor sich die Wege wieder trennen.
 

Ein anderes Bild zum Umgang mit der Angst
Dieses Bild stammt von Babsi, einer lieben Mitpatientin und Freundin.
Es gefällt mir so gut, dass ich sie gebeten habe, es hier veröffentlichen zu dürfen.

"Ich sehe meine Angst immer wie eine Gewitterwolke. Mal ist diese Wolke da und bedeckt den ganzen Himmel und alles um mich herum ist nur noch grau, trist und bedrohlich. Ein anderes Mal sehe ich sie nur noch am Rand meines Blickfeldes und vieles von ihrer Bedrohlichkeit ist weg, weil vor mir der Himmel ganz blau ist. Und manchmal ist sie hinter mir. Ich sehe sie nicht, ich weiß dann nur, dass sie irgendwo weit hinten ist und dass ich sie sehen könnte, wenn ich mich umdrehen würde. Aber was würde es mir nutzen, mich zu diesem Zeitpunkt umzudrehen? Ich kann ja noch gar nicht abschätzen, wohin die Wolke wirklich ziehen wird. Vielleicht treibt der Wind sie ganz woanders hin oder das Gewitter geht weit weg von mir herunter oder oder oder. Und in diesen Momenten genieße ich in vollen Zügen den strahlenden Sonnenschein in dem ich stehe und freue mich daran.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir so leichter fällt, meine Angst auszuhalten, weil ich weiß, die Wolke wird irgendwann nicht mehr mein ganzes Blickfeld ausfüllen und es wird auch wieder schöne, angstfreie Momente in meinem Leben geben."

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